E-Health erhitzt die Gemüter – Elvan Korkmaz diskutiert mit ihren Gästen zur Versorgung im ländlichen Raum

v.l.n.r.: Heiner Willikonsky, Elvan Korkmaz, Dirk Heidenblut, Andreas Tyzak, Dr, Reinhardt Hochstetter, Ralf Dräger

Am gestrigen Montag hat die SPD-Bundestagsabgeordnete Elvan Korkmaz gemeinsam mit ihren SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Ralf Dräger aus Harsewinkel und Heiner Willikonsky aus Herzebrock-Clarholz zum Gespräch in die Zehntscheune nach Clarholz geladen. Die großen Themen „Telemedizin, E-Health und Ärztemangel im ländlichen Raum“ standen dabei auf dem Plan. „Damit das am Ende wirklich ein Gewinn ist, müssen wir auf Ängste eingehen und informieren“, meinte Korkmaz eingangs der Veranstaltung, „aber wir sollten auch über die Grenzen diskutieren und in die Zukunft schauen.“ Dafür gab es viel Lob aus dem Publikum. Das Thema medizinische Versorgung brennt den BürgerInnen im Kreis unter den Nägeln – das war auch an den zahlreichen Publikumsbeiträgen abzulesen.

Unterstützung erhielt die Bundestagsabgeordnete aus Gütersloh von Ihrem Essener Fraktionskollegen Dirk Heidenblut, Berichterstatter aus dem Gesundheitsausschuss. Mit Andreas Tyzak, kaufmännischer Leiter des Klinikums Gütersloh, und Dr. Reinhardt Hochstetter, Allgemeinmediziner und Abgeordneter des Deutschen Ärztetages aus Rietberg, standen auch zwei Experten aus der Praxis Rede und Antwort. Schließlich wurde es auch hitzig.

Einigkeit herrschte darüber, dass die Digitalisierung ein wichtiger und notwendiger Schritt sei, wenn es um die zukünftige Versorgung geht – nicht nur auf dem Land. Durch die Entlastung könnten ÄrztInnen und PflegerInnen wieder mehr Zeit für die ‚echte‘ Betreuung des Patienten bekommen. Die Praktiker bemängelten jedoch die lange Vorlaufzeit. Dirk Heidenblut mahnte zum Realismus: Sicherheit im Umgang mit den Patientendaten sei das oberste Gebot. Nun tritt ab 2021 der gesetzliche Anspruch auf Einrichtung einer elektronischen Patientenakte in Kraft. Nach und nach werden gerade Kliniken und Arztpraxen an die eigens hierfür eingerichtete Telematik-Infrastruktur angeschlossen. Und Heidenblut erinnerte auch daran, dass nicht allein der Bundesgesetzgeber für die Verzögerungen in Haftung zu nehmen sei. Bei der Vielzahl an Akteuren im Gesundheitssystem seien längere Umsetzungszeiten nachvollziehbar. Gerade der Bundestag habe in dieser Legislaturperiode im Gesundheitsbereich ein außergewöhnliches Arbeitstempo vorgelegt. Dabei ließen die SPD-Politiker durchblicken, dass jenseits der Digitalisierung auch die grundsätzliche Verfassung des Gesundheitssystems auf den Prüfstand gehöre. Für Elvan Korkmaz lautete das Fazit daher: „Wir sind auf einem guten Weg. Es wird aber noch einige solcher Veranstaltungen brauchen und auch noch viel Arbeit im Bundestag geben. Die Zeichen stehen jedoch auf Besserung im Gesundheitssektor. Nicht nur bei der Digitalisierung.“

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